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Neue IMU-Broschüre: Perspektiven für deutsche Produktionswerke der Automobilzulieferer


Neue IMU-Broschüre: Perspektiven für deutsche Produktionswerke der Automobilzulieferer

Die Ergebnisse des von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsprojekts zu Zukunftsperspektiven deutscher Produktionswerke der Automobilzulieferindustrie wurden jetzt in einer IMU-Broschüre veröffentlicht.

Die Nutzung der Kostenvorteile der MOE-Werke muss als einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren der AZI-Unternehmen gedeutet werden. Im Verbund mit deutschen Standorten gelingt es ihnen, Qualität, Liefertreue und Innovationsfähigkeit bei deutlich reduzierten Kosten zu erhalten. Dies ist ein wichtiger Grund dafür, dass die Wertschöpfungstiefe der OEMs in den letzten 20 Jahren auf jetzt 15-20 % (Blöcker 2015) gesunken ist. Mit Abgabe der Produktionskompetenz für viele Produktgruppen an die AZI änderte sich auch das Innovationsmuster der Branche. Die AZI entwickelte sich mit der spezifischen Kompetenz der produktionswissensbasierten Produktinnovation zum wesentlichen Innovationstreiber der Branche.

Um diese beiden Elemente einer erfolgreichen Unternehmensstrategie zu integrieren, bedarf es starker deutscher Produktionswerke. Die Stärke dieser Werke leitet sich wesentlich aus deren Beiträgen im Innovationsprozess ab. Dieser Rollenwechsel führte und führt noch immer zu einem unternehmensinternen Strukturwandel. Betriebsräten und Gewerkschaften ist es in vielen Standortsicherungsvereinbarungen gelungen, diesen Strukturwandel weitestgehend sozialverträglich zu moderieren. Für die Zukunft wird es von entscheidender Bedeutung sein, Standortentwicklungskonzepte so weiterzuentwickeln, dass die spezifische Innovationsrolle der deutschen Werke ausgebaut und nachhaltig gesichert wird.

Erfolgreiche AZI-Unternehmen haben die strategische Kompetenz und die Freiräume, um diese Zusammenhänge in der Unternehmensplanung zu berücksichtigen. Dazu ist es notwendig, die wichtigen Innovationswerke auch über Zeiten schwankender Ergebnisentwicklungen nachhaltig abzusichern. Die Geschäftsbeziehungen zu den OEM werden von unseren Interviewpartnern deshalb immer dann als problematisch kritisiert, wenn sie wegen kurzfristiger Kostenorientierung genau diese Strategiefähigkeit der AZI-Unternehmen unzulässig einschränken. Die OEM sollten solche Geschäftspraktiken überprüfen, denn sie können die nachhaltige Entwicklung der AZI-Unternehmen und damit die Innovationsfähigkeit der gesamten Branche gefährden. Schließlich können Hersteller und Zulieferer aufgrund der gegenseitigen Abhängigkeit nur gemeinsam erfolgreich sein – und nicht einer auf Kosten des anderen.

Zur Broschüre:

Perspektiven für die deutschen Produktionswerke der Automobilzulieferindustrie

Zur Forschungsprojektseite:

HBS-Projekt Standortperspektiven in der AZI

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