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Angestelltenbewußtsein

Beteiligung und Ergebnisse der Betriebsratswahl als Ausdruck des Ansgestelltenbewusstseins? Eine qualitative Untersuchung am Beispiel des Siemens Konzerns
Projektlaufzeit: Dezember 2002 - April 2003
Gefördert durch: Hans-Böckler-Stiftung
IMU Projektteam: Susanne Glas, Frank Rehberg

Hochqualifizierte Angestellte bestimmen zum großen Teil das Bild der IT-Branche. Aber nicht nur die Belegschaftsstrukturen, sondern auch die Arbeitsbedingungen haben sich in vielen Bereichen verändert: flache Hierarchien, Ersatz von Fremdkontrolle durch Eigenkontrolle und zunehmende Arbeitsverdichtung prägen das Bild der "neuen Arbeitswelt" und durch die Krise kommt es zu drastischen Personalabbauplanungen und -maßnahmen sowie Arbeitszeit- und Gehaltskürzungen, die erstmals auch massiv die qualifizierten Angestellten treffen, auch und gerade im Siemens-Konzern.

Qualifizierte Angestellte stehen Gewerkschaften eher ablehnend gegenüber. Sie sehen diese als Organisationen vorrangig für gewerbliche ArbeitnehmerInnen an. Auch ihre Haltung gegenüber der betrieblichen Interessenvertretung, dem Betriebsrat, scheint vielfach durch Distanz und Desinteresse geprägt. Dabei stellen sich folgende Fragen: sind niedrige Wahlbeteiligungen bei Betriebsratswahlen ein Ausdruck eines spezifischen Angestelltenbewußtseins, das durch die Veränderungen in der Arbeitswelt noch weiter in Richtung Individualisierung verstärkt wird? Gibt es Anzeichen, bzw. steht zu erwarten, dass die massive Krise und die erstmalig gemachten Krisenerfahrungen zu einem Bewusstseinswandel führen? Hat Betriebsratsarbeit mit gewerkschaftlicher Ausrichtung dadurch eher eine Chance Zustimmung zu erhalten oder verstärkt sich gar die Hinwendung der qualifizierten Angestellten zu sogenannten "unabhängigen" WählerInnengruppen, für die die "Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Betriebsangehöriger" (AUB) prototypisch ist und die insbesondere bei Siemens über Einfluss verfügt? Oder gibt letztlich doch die Person der KandidatInnen und ihr Bekanntheitsgrad den Ausschlag für die Wahlentscheidung und die -teilnahme auch wenn keine Personen direkt, sondern nur über Listen gewählt werden können?

Diesen Fragen soll mit Hilfe qualitativer Interviews und sekundärstatistischen Analysen der Betriebsratswahlergebnisse an drei ausgewählten Siemens-Standorten nachgegangen werden. Die Betriebsratswahlen im Mai dieses Jahres ergaben für die meisten Stand-orte eine - gegenüber 1998 - gesunkene Wahlbeteiligung sowie an einzelnen Standorten einen Stimmenzuwachs für die AUB, die sich bewusst von gewerkschaftlichen Positionen abgrenzt.

Die Studie will zur Klärung des Wahlverhaltens qualifizierter Angestellter beitragen. Hieraus sollen Handlungsansätze für die betriebliche und gewerkschaftliche Interessenvertretung erarbeitet werden, die zu einer Änderung des Wahlverhaltens beitragen können.

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