Nachrichtenartikel IMU Stuttgart
Wirkungen der Elektromobilität auf regionale Wertschöpfungsketten und auf Beschäftigung
08.07.2010
Studie im Rahmen von „kompetenz&innovation.bawü“ – einem Projekt der IG Metall Baden-Württemberg, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Europäischen Sozialfonds.
„Das Auto der Zukunft fährt elektrisch“ – Elektromobilität wird nicht nur neue Fahrzeugkonzepte und neue Produkte hervorbringen, sondern auch Beschäftigungsvolumina und Arbeitsweisen verändern und damit zur Herausforderung für etablierte Automobilstandorte. Mit 375.000 Beschäftigten ist im „Autoland Baden-Württemberg“ jeder zehnte Beschäftigte im Automotive-Cluster, also bei Herstellern, Zulieferern, Dienstleistern und im Kfz-Handwerk tätig.Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Elektrifizierung des Antriebsstrangs ist bei Herstellern und vor allem bei Zulieferern groß – nicht zuletzt aufgrund einer weiten Bandbreite bei den Prognosen zukünftiger Marktanteile der verschiedenen Antriebsarten. Gleichwohl steht außer Frage, dass sich alle Akteure aus Unternehmen und betroffenen Branchen auf den technologischen Wandel und den damit verbundenen „Systemwechsel“ einstellen müssen. Für innovative, technologisch starke Unternehmen werden durchaus Chancen gesehen, die aber genutzt werden müssen. Hierfür ist eine industriepolitische Flankierung notwendig.
Dieser langfristige Strukturwandel darf aber nicht den Blick auf andere große Herausforderungen für Beschäftigung in der Automobilindustrie verstellen:
- Die erwarteten Produktivitätssteigerungen der nächsten Jahre sind eine Herausforderung für Beschäftigungssicherung, die kontinuierlich besteht.
- Die aktuelle wirtschaftliche Situation birgt weiterhin Risiken bei Zulieferern und Ausrüstern.
- Mittelfristig bestehen Gefahren für Beschäftigung in der weiteren Globalisierung der Produktions- und Entwicklungsstrukturen (aufgrund Marktverschiebung Richtung China, Indien, etc.).
Ansprechpartner Dr. Jürgen Dispan
jdispan@imu-institut.de