Algorithmische Systeme und Künstliche Intelligenz - Handlungshilfen für die Mitbestimmungsakteure
Algorithmische Systeme und insbesondere Künstliche Intelligenz sind zentrale Technologien moderner Digitalisierungsstrategien und faszinieren und verunsichern gleichzeitig unsere Gesellschaft. Auch im Betrieb kommen zunehmend KI-getriebene Systeme zum Einsatz, die gewohnte Formen der Arbeit grundsätzlich verändern. Entscheidungen zu personellen, prozessualen und disziplinarischen Fragen können von Maschinen getroffen werden, mit denen man nicht verhandeln kann und die keine einfachen „wenn-dann“ Pfade mehr liefern, entlang denen die eingespielten Möglichkeiten der Technikgestaltung angewendet werden können.
Wie gehen die Mitbestimmungsakteure mit diesen Herausforderungen um? Welche praktischen Möglichkeiten und Regelungsansätze gibt es, diese Systeme betrieblich mitbestimmt zu verankern?
Mitbestimmungspraxis
KI und algorithmische Systeme verstehen, bewerten und begrenzen
Mitbestimmungspraxis, Nr. 59, Hans-Böckler-Stiftung
Portraits
KI verstehen, bewerten und begrenzen
Künstliche Intelligenz (KI) wird von IBM sowohl in Produkten als auch unternehmensintern eingesetzt. Dabei verfolgen Unternehmensleitung und Betriebsrat ähnliche Ziele, wie und wofür die KI-Systeme genutzt werden sollen: Beispielsweise sollen weiterhin Menschen die Entscheidungen treffen und nicht die KI. Damit aus Unternehmensleitlinien gelebte Praxis wird, bedarf es jedoch auch einer rechtsverbindlichen Grundlage.
KI in Personalmanagementsystemen ausschließen
Algorithmische Systeme und in Ansätzen künstliche Intelligenz (KI) sind zentrale Technologien in modernen Personalmanagementsystemen. Der Gesamtbetriebsrat (GBR) von DuPont de Nemours war damit bei der Einführung des neuen Personalinformationssystems Workday konfrontiert.
Die Komplexität von KI-Systemen durch Steckbriefe bewältigen
Den Herausforderungen durch die Technologien künstlicher Intelligenz (KI) begegnet die Arbeitgeberseite auf sehr unterschiedliche Weise. Der Gesamtbetriebsrat (GBR) der Siemens AG war und ist in diesem Zusammenhang unternehmensseitig mit Vorbehalten konfrontiert.
Etablierte Strukturen nutzen, um Bots und KI zu regeln
Bei der Heidelberg Materials AG kommen in verschiedensten Bereichen Automatisierungen durch Software-Bots und künstliche Intelligenz zum Einsatz. Dieser Herausforderung begegnet die Interessenvertretung durch etablierte Strukturen und Werkzeuge zur Mitbestimmung von IT-Systemen.
weitere Portraits
Ethische KI-Nutzung beteiligungsorientiert umsetzten
Die Erweiterung der bestehenden Vereinbarung zu IT-Systemen um KI-Verfahren bei Nokia ist ein Beispiel für einen modernen, partizipativen und dialogorientierten Ansatz in der betrieblichen Mitbestimmung. Den Betriebsparteien war von Beginn an klar, dass die Einführung und Regulierung von KI-Systemen nur im engen Austausch zwischen Betriebsrat, Beschäftigten und Unternehmensleitung gelingen kann.
Beispiele aus der Praxis
Rahmenbedingungen für den Einsatz von Software-Robotern schaffen
Der Arbeitgeber beabsichtigte, einen Software-Roboter im Bereich der Servicedienstleistungen einzuführen, zunächst im Bereich IT-Service-Desk. Dem Konzernbetriebsrat war sofort klar: Das ist der Einstieg in diese Technologie.
Arbeitsfolgen von MES gestalten
Fertigungsmanagementsysteme (Manufacturing Execution Systems - MES) sind eine Grundlagentechnologie für eine umfassende digitale Fabriksteuerung. In Echtzeit bietet die Software Ist-Daten über Prozesse und Zustände im Betrieb und ermöglicht automatisierte Entscheidungen mithilfe der künstlichen Intelligenz.